Darstellung

Profil von Raul

Alle Beschreibungen zu Raul liegen auch als Audiodeskription vor. Diese Audiodeskription kannst du hier anhören.

Ein Mann mit einer Schiebermütze und Brille schmunzelt in die Kamera. Auf seinem E-Rollstuhl sitzend hält er ein Schild: Raul, Inklusions-Aktivist, Sichtbarkeit-Macher, Perspektivwechsler, Familienmensch, Partner

Raul sagt:

“Menschen mit Behinderungen sollte man fördern und auch fordern.“

Über Raul Krauthausen

Raul ist ungeduldiger geworden. Ihm sind Ehrlichkeit, Freundschaften und Ausgleich wichtig. Man darf nicht immer alles bierernst nehmen. Er lacht gerne über schlechte Wortwitze. Vor allem über seine eigenen.

Raul engagiert sich seit fast 20 Jahren für die Rechte behinderter Menschen in Deutschland. Das Thema erhält leider aktuell nicht den Ernst, den es verdient. Da muss man aufpassen, nicht zu verzweifeln oder kaputt zu gehen. Man braucht ihn daher, den Humor. Manchmal wacht Raul schon mit einem Witz im Kopf auf, was seine Freundin nervt. Wenn Raul aus sich herausguckt, merkt er gar nicht, dass er behindert ist. Ihm fällt seine Behinderung immer nur dann auf, wenn er auf nicht funktionierende Treppenlifte oder Alltagsdiskriminierung stößt. Gleichzeitig rechnet er aber auch mit Barrieren im Alltag und stellt sich darauf ein. Wenn er also bewusst darüber nachdenkt, fällt ihm schon auf, dass er behindert ist.

Was ihm zudem auffällt: Menschen mit Behinderungen werden entweder für ihr Tun übertrieben bewundert oder für ihr Wesen übertrieben bemitleidet. Menschen mit Behinderungen, die einfach ihr Leben leben, werden in unserer Gesellschaft zu wenig gesehen und ernst genommen. Und wenn, dann sind es sehr wenige Menschen. Oft wird für Menschen mit Behinderungen, die ein Bild malen, pauschal geklatscht. Es scheint egal, ob das Bild gefällt. Es scheint egal, ob es Kunst oder Scheiße ist. Jedoch brauchen Menschen ehrliches Feedback, um voranzukommen. Gute Kunst von behinderten Künstler*innen verdient Sichtbarkeit und Wertschätzung. Wenn Raul Artikel über seine Arbeit liest, stehen sein Aussehen und die Bewunderung über seine Karriere im Vordergrund. Seine Meinung zu Themen und die Fakten, um die es geht, stehen im Hintergrund. Manchmal wird er nach seiner Diagnose gefragt. Das wollen die Leser*innen wissen, heißt es. Echt? Raul fragt Journalist*innen dann, ob sie die Frage nach ihrer sexuellen Orientierung öffentlich beantworten wollen. Nein, äh. Okay.

Raul ist Aktivist. Zusammen mit ein paar Kolleg*innen hat er den Verein Sozialhelden e.V. gegründet. Er hat Design Thinking studiert und früher beim Radio gearbeitet. Er verbindet mit TikTok eine Hassliebe.

Ein Mann mit Schiebermütze, Bart und Brille grinst. Er trägt ein Hemd und Turnschuhe.

„10 % der Menschen in unserer Gesellschaft haben eine Behinderung. Fragt euch mal: Warum sind dann nicht 10 % eurer Bekannten behindert? Wo sind die 10 %? Was vermisst ihr? Was fehlt euch?”