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Profil von Bertolt

Alle Beschreibungen zu Bertolt liegen auch als Audiodeskription vor. Diese Audiodeskription kannst du hier anhören.

Ein Mann mit Hemd und einem Schild sitzt auf einem Stuhl. Er hat eine Handprothese. Auf dem Schild steht: Bertolt, Psychologe, Professor, Wissensvermittler, Ehemann, Musiker

Bertolt sagt:

“Mit meinen winzigen Staubkörnchen, die ich in die Welt setze, versuche ich, sie zu einem besseren Ort zu machen. Ein schwieriges Unterfangen.“

Über Bertolt

Bertolt ist ein breit interessierter Mensch. Er bohrt nicht nur ein schmales Loch, sondern viele Löcher. Ihm ist es wichtig, seinen Studierenden eine kritische Sicht auf die Welt und einen Sinn für Solidarität mitzugeben.

Er möchte mit seiner wissenschaftlichen und journalistischen Arbeit zum Abbau von Stereotypen und Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderungen beitragen. Und das Stereotyp von Menschen mit Körperbehinderungen ist: Sie sind wenig kompetent, aber dafür nett. Das ist das „paternalistische Stereotyp“. Ein Beispiel: In einem schicken Restaurant wird sein Fleisch klein geschnitten serviert. Ungefragt. Und dann wären da noch das Mitleid, die angebotene Hilfe, die glotzenden Blicke und die Tatsache, dass Menschen mit Körperbehinderungen weniger zugetraut wird. Auf Dauer geht das auf die Nerven. Auf Dauer ist das eine Form von Diskriminierung, die nicht spurlos an einem vorbeigeht. Menschen entwickeln so Minderwertigkeits-Komplexe. Die abgesprochene Kompetenz macht in Bertolts Fall sein Professorentitel wieder wett. 1:1 – Gleichstand für den Professor und die Prothese.

Die Tatsache, dass ihm sein linker Unterarm fehlt, spielt in Bertolts Alltag eine gewisse Rolle. Dank der technologischen Fortschritte wurde diese Rolle über die Zeit geringer. Er empfindet sich als sehr privilegiert, weil er eine gut bezahlte Arbeit hat. Seine schicke Prothese macht sich zudem in den modernen Medien gut und verschafft ihm so auch bestimmte Vorteile, sagt er. 2:1 für den Professor mit Prothese.

Bertolt ist Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie. Nebenbei arbeitet er auch als wissenschaftlicher Journalist und als Moderator für eine neue Wissenschaftsserie im Fernsehen. Zudem ist er DJ und produziert elektronische Musik. Manchmal arbeitet er auch bei den künstlerischen Projekten seines Mannes mit.

Ein Mann mittleren Alters im Hemd sitzt auf einem Stuhl, die Arme auf den Beinen abgelegt. Er schaut aufgeweckt nach Vorne.

„Wenn man Vorurteile abbauen will, dann geht es nur durch Kontakte. Menschen mit und ohne Behinderungen müssen von klein auf zusammenkommen. Unternehmen sollten sich nicht davon freikaufen können, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen.“